Hand am Drücker

  Ein unveröffentlichter Berlin-Roman aus den fünfziger, sechziger Jahren.

Eine authentische Kulisse, in der das Spiel spielt. Mit autobiographischen Zügen.

  Zwei junge Männer, zwei Künstler in West-Berlin. Der eine, durch eine Theateraufführung mit einem Mal sehr bekannt geworden und danach im Barlog-Hafen, im Schiller-Theater gelandet. Der andere, auch ein Künstler, ein Musiker, zehn Jahre jünger. Er ist noch Student an der Berliner Musikhochschu- le. Seine Lehrer sind Boris Blacher und Professor Weissenborn, der seine Stimme formt - er hat einen sehr guten Bariton.

  Die beiden lernen sich nach dem großen Theatererfolg des einen kennen, und es ergibt sich eine Freundschaft. Der Jüngere bewundert den Älteren. Die Freundschaft hat für den Jüngeren schon fast etwas euphorisches. Auch der Ältere hat nun endlich jemanden gefunden, der in den nächtlichen Gesprächen mit ihm Grenzen überschreitet. Etwas von Entzückung von beiden ist dabei. Nein - sie waren nicht schwul - aber wie bei großen Freundschaften - wie hier - werden platonische Grenzen dabei erreicht.

Erster Entwurf für ein Cover
Erster Entwurf für ein Cover

  Der Jüngere hat nur einen Wunsch - an seinen Freund heran- zureichen, von ihm auch als Künstler anerkannt zu werden - auch auf diesem Gebiet eine Gleichheit zu erzielen. Das gelingt nicht. Dazu fehlt ihm die Kraft zur Umsetzung seiner künstlerischen Vorstellungen - und so bleibt fast alles auf der Strecke. Da beginnt sich die Liebe des Jüngeren ins Gegenteil zu verkehren - nun hat er nur noch ein Ziel - den anderen zu vernichten. Das betreibt er raffiniert, ohne dass der andere zunächst seine Pläne erkennt. Hinzu kommt, daß er sehr labil ist. So verliert er durch ihn seine geliebte Frau, eine Geigerin, und schließlich mehr und mehr sich selbst.

  Es kommt, wie es kommen muss, wie es angelegt ist. Er provoziert den Älteren derart, daß er den Jüngeren erschießt - ja - ein Mord steht am Anfang. Damit hat der Jüngere erreicht, daß sie beide untergehen. Auch der Ältere ist nun aus der Welt. 

  Das Manuskript liegt druckfertig vor. Die Rechte liegen bei den Erben Tettenborns.