Westerhever Balladen

Westerhever Balladen                                                                       Nordfriesische Begebenheiten von einst und jetzt

 

68 Seiten

Illustrationen von Isa Dietrich

Format: 12,6 x 18,7 cm

1.Ausgabe 1987

Tetens Verlag

ISBN 3-924989-02-8

Preis: 6,99 €

 

  Die Gestalten und Geschichten dieser Balladen sind unmittelbar der elementaren Land- und Seeschaft von Westerhever, Eiderstedt, entstiegen. Der Salzgeschmack und die tausend Winde vor und hinter den Deichen werden in den Balladen zum sinnlichen Erlebnis.

Die erschauerliche Ballade von Wiebke, der blonden Nordfriesenbraut
  In den achtziger Jahren ging ein Krabbenkutter vor dem Westerhever Sand unter. Alle drei an Board, der junge Kapitän, seine Braut, die er zu dieser Fahrt mitgenommen hatte, und sein Maschinist ertranken. Ein äußerer Grund für den Untergang war nicht erkennbar - das ergab einen Balladenstoff. 

Die irre Bettlerin von Helgoland
  Die harten Gesetze des Mittelalters bei Ehebruch waren die Grundlage für diese Ballade.

 

Gesa - Die Jungfrau von Westerhever
Die Geisterpredigt

  Diese beiden Balladen gehören zusammen, können aber auch allein stehen. Land- und Seepiraten hatten sich vor Westerhever eine Burg errichtet. Es war etwa zur Zeit Störtebekers. Die 'Wogenmänner' verheerten Land und See auf schlimme Weise.

Der Tod in Jeans
  Ein junger Mann aus dem Rheinland kam nach Westerhever. Er wurde eines Tages tot aufgefunden. Die Drogen waren schuld.

Da war ein Loch im Himmel
  Vor Westerhever stürzte ein Phantom-Jäger ab. Das war der Anstoß für diese Ballade.

Ein Auftrag Gottes an die Hölle
  Nur ein Intermezzo

Poseidons Klagelied
  Wer hat sein Meer so verludert - - - ? ? ?


Hörbuch

Hörprobe


Eine Stunde Hörgenuss - Vom Autor gelesen

Erschienen 2003

Tetens Verlag - ISBN 3-924989-12-5

Preis: 6,99 €

Die Ballade ist vom Autor gelesen - das Video bzw. die Bildershow dazu ist leider nicht so gut gelungen.

An einer besseren Version wird gearbeitet.



Tettenborn erinnert sich an das Zustandekommen der Balladen

Das erste gemeinsame Buch mit dem Bernd Tetens Verlag waren meine „Westerhever Balladen“. Alle Balladen spielten von einst bis jetzt um oder in Westerhever mit seinem markanten Leuchtturm –

Doch wie es dazu kam, das war schon mehr als absonderlich.

Da gab es zunächst einen schrecklichen Unfall vor dem Westerhever Sand. Ein Krabbenkutter war vor Westerhever untergegangen. Niemand konnte erklären warum. Die See war ruhig gewesen und es war von der Unglücksstelle nicht weit bis zur Küste. Mehr noch – man sah beim Baden noch eine Mastspitze des Kutters bei Hohlebbe.

Krabbenkutter am Westerhever Strand vor dem Leuchttum (Fotorechte: Hans Peter Dehn/pixelio.de)
Krabbenkutter am Westerhever Strand vor dem Leuchttum (Fotorechte: Hans Peter Dehn/pixelio.de)

Der Kapitän des Krabbenkutters war ein noch junger Mann und er hatte seine Braut zur Ausfahrt mitgenommen. Beide ertranken beim Untergang des Kutters, auch der Maschinist.

Nach sieben Tagen wurde der Maschinist angeschwemmt, nach drei Wochen auch die Braut des Kapitäns und nach fünf Wochen auch der Kapitän. Ich erzählte meiner Gisela am Abend bei einem Glas Rotwein, was mit dabei eingefallen war. Es war mir ganz klar – so waren einmal Balladen entstanden. Poseidon hatte sich in die schöne blonde Wiebke, in die Braut des Kapitäns, verliebt. Er warb um sie und holte sie schließlich in seinen glasgrünen Nordseepalast. Drei Wochen in wonnevoller Umarmung und bettete sie dann auf den sanften, weißen Sand vor dem Westerhever Leuchtturm am Strand.

Gisela sprang sofort auf diese Geschichte an und sie forderte mich beinahe schon ultimativ auf, diese Ballade zu schreiben. Gisela konnte so was. Aber ich war auch des Widerstands fähig. Ich wollte nicht, ich wehrte mich. Ich machte ihr klar, dass es seit Börries von Münchhausen Balladen in der deutschen Literatur nicht mehr gegeben habe – dass es eine Form der Literatur sei, die sich überlebt habe. Das beeindruckte Gisela nur wenig. Sie sprach immer wieder davon und versuchte mich an meinen Westerhever Schreibtisch zu locken. All mein Wehren half letztenendes nichts. Ich war mir im Klaren auf die Dauer musste ich nachgeben – und es war nun einmal so – es war leichter eine schwierige Ballade zu schreiben, als sich dem Insistieren Giselas zu widersetzen. Und so begab ich mich eines Tages in das Esszimmer meines Nordzimmers und schrieb diese Ballade auf alte Briefumschläge, die dort herumlagen. Und es ging mir erstaunlich gut von der Hand – aber zunächst verbarg ich das, was ich da hingeschrieben hatte. Ich wollte eigentlich noch immer nicht – es war mehr so etwas wie ein Befreiungsschlag für mich. Ich versuchte ihr noch einmal zu erklären auf was ich mich da einlassen würde. Balladen waren verkürzte Theaterstücke mit genauen dramatischen Höhepunkten und Abläufen. So eine Ballade sollte sich reimen und sich nicht vor Sentimentalitäten fürchten – das konnte bis zu einer Kitschberührung kommen. Nein – lieber nicht – Und wer wollte so etwas wie Balladen haben? Danach darf man ja auch fragen...

Am Abend las ich ihr die Ballade vor, ohne Korrektur gemacht zu haben. Nun – Gisela war hingerissen. Ja!!!, sagte sie. Das ist es...

Ich habe das Büchlein geschrieben. „Westerhever Balladen“ habe ich es getauft. Und es ist so etwas wie ein Bestseller geworden....


Pressestimmen

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'Ballade' - geht das noch?
Husumer Nachrichten, 3.7.1987.pdf
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Jungfer Gesa ließ ihr Leben
Kieler Express_25.2.88.pdf
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Dramatik bis zum Sch(l)uß
Husumer Nachrichten, 1.7.89.pdf
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